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Auf der Grantau kommt’s zum Showdown

Thomas Kammerlander und Tina Unterberger in Deutschnofen am Stockerl

Es war ein ereignisreiches Wochenende für die Rennrodler auf Naturbahnen! In Deutschnofen ging’s zum vierten Mal in diesem Winter um Weltcuppunkte, gleichzeitig stellte die FIL das restliche Saisonprogramm auf den Kopf. Grund: Im rumänischen Vatra Dornei, wo ein Weltcup-Event und die Weltmeisterschaft geplant waren, sind keine Rennen möglich. Akuter Schneemangel ließ keine Präparierung der dortigen Strecke zu. Die WM wird nun in Deutschnofen ausgetragen. Und zum Finale gibt’s dann einen Doppelweltcup auf der Grantaubahn in Umhausen.

Das sorgt natürlich bei Thomas Kammerlander für gute Stimmung. Denn was kann’s Schöneres geben, als die letzten beiden Rennen seiner so erfolgreichen Laufbahn in seinem sportlichen Wohnzimmer zu bestreiten? Noch dazu ist auch im Weltcup noch alles drinnen!

In Deutschnofen war’s am Sonntag ausgerechnet sein langjähriger größter Rivale Patrick Pigneter, der „Kammi” half, damit der Rückstand auf Gesamtleader Alex Gruber nicht deutlich größer wurde. „Big Pat” siegte nämlich um eine Hundertstel vor seinem Landsmann, was diesem 15 Punkte in der Weltcupwertung kostete. Kammerlander wurde Dritter. Ihm fehlen nun 20 Zähler auf Gruber.

Nicht nach Wunsch lief es am Sonntag für den Steirer Michael Scheikl. Er wurde Fünfter und fiel in der Gesamtwertung, die er vorher gemeinsam mit Gruber angeführt hatte, auf Rang drei zurück.

Thomas Kammerlander: „Angesichts der Vorgeschichte mit mäßigen Trainingsläufen und einer kaputten Rodel am Samstag nehme ich den dritten Platz gerne mit. Mit etwas saubereren Fahrten wäre sogar der Sieg drinnen gewesen. Den gönne ich Patrick aber von Herzen, denn er hat jetzt wirklich eine lange Durststrecke gehabt. In Umhausen gibt’s zum Saisonfinale den Showdown, den ich mir gewünscht habe. Die Rechnung ist ganz einfach: Ich muss zwei Mal vor Alex landen, dann kann ich den Gesamtweltcup nochmals gewinnen.”

Michael Scheikl: „Es war nicht wirklich meine Woche. Schon in den Trainings ist es nicht nach Wunsch gelaufen. So gesehen darf ich mit Rang fünf gar nicht unzufrieden sein. Es ist halt schade, dass ich für die Gesamtwertung wichtige Punkte eingebüßt habe.”

Tina sprengt Südtiroler Duo

Bei den Damen war gegen die Südtiroler Dominatorin Evelin Lanthaler einmal mehr kein Kraut gewachsen. Diese wäre mit ihrer Zeit im ersten Lauf auf Rang vier bei den Herren gelegen! Den totalen Triumph des italienischen Teams verhinderte Tina Unterberger aus Oberösterreich, die sich nach Zwischenrang drei noch an Greta Pinggera vorbei schob und über Platz zwei jubeln durfte. Michelle Diepold landete auf Rang sechs.

Tina Unterberger: „Normal ist es in Deutschnofen im zweiten Lauf immer nach hinten gegangen. Diesmal war’s erfreulicherweise anders. Die Freude über diese Platzierung ist schon groß. Evelin dürfen wir eh nicht als Maßstab nehmen. Was sie fährt ist unglaublich.”

Michelle Diepold: „Nach dem ersten Lauf war ich echt angefressen, da ich die Schikane total verhaut hab’. Der zweite war dann deutlich besser. Auf dem lässt sich für die weiteren Rennen aufbauen.”

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

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„Kammi” schlägt zurück

Tiroler holt im Jaufental seinen 25. Weltcupsieg

Rang fünf im Nightrace am Samstag war so gar nicht nach seinem Gusto. Mit seiner Erfahrung machte sich Naturbahnrodel-Ass Thomas Kammerlander aus Umhausen aber nicht lange einen Kopf. Auch nach Rang vier zur Halbzeit des Weltcups am Sonntag behielt er die Ruhe – und knallte im zweiten Lauf eine Zeit auf die durchaus ungeliebte Bahn im Jaufental, an der alle nachfolgenden Konkurrenten zerschellten. Den Südtiroler Vortagssieger Alex Gruber hielt er um vier Hundertstel auf Distanz – und durfte über seinen 25. Weltcupsieg seiner Karriere jubeln.

Weniger gut lief’s diesmal für den Steirer Michael Scheikl, der von Rang zwei nach Lauf eins noch auf Position vier im Endklassement zurück rutschte.

Extrem eng geht’s in der Gesamtwertung zu! Gruber und Scheikl halten bei jeweils 330 Zählern, Kammerlander liegt mit 325 Punkten knapp dahinter.

Mit Miguel Brugger (7.) und Florian Markt (8.) schafften zwei weitere Tiroler den Sprung unter die Top-Ten.

Thomas Kammerlander: „Wie schon gestern, hab’ ich auch heute wieder alles auf eine Karte gesetzt. Vor dem Rennen hab’ ich die Rodel geringfügig verändert, vor dem Entscheidungslauf bin ich in die Vollen gegangen. Und im Gegensatz zum Samstag ist es es diesmal voll aufgegangen. Mit meinem 25. Weltcupsieg, den ich in meiner letzten Rennsaison unbedingt erreichen wollte, ist es heute ein richtig cooler Tag. Da fährt es sich jetzt leichter über den Brenner heim ins Ötztal.”

Michael Scheikl: „Der erste Lauf war auch heute richtig gut. m zweiten weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, was der Grund war, dass es nach hinten los gegangen ist. Grundsätzlich darf ich mir aber nichts vorwerfen. Insgesamt war das Rennwochenende absolut in Ordnung. Für die nächsten Rennen muss ich jetzt einfach noch einige Kleinigkeiten anpassen.”

Italiens Damen nicht zu biegen

Bei den Damen waren die Italienerinnen auch am Sonntag nicht zu biegen. Evelin Lanthaler siegte wie am Vortag vor Greta Pinggera. Dritte wurde diesmal Nadine Staffler. Beste Österreicherin war wie schon im ersten Rennen die Oberösterreicherin Tina Unterberger, die neuerlich auf Rang vier landete. Michelle Diepold wurde Sechste, Riccarda Ruetz klassierte sich unmittelbar dahinter auf Position sieben.

Tina Unterberger: „Am Samstag war ich planlos mit einem Fragezeichen, heute bin ich es mit einem Frage- und einem Rufezeichen. Vom Gefühl her wär’s mir gar nicht schlecht vorgekommen. Aber die Zeiten haben einfach fürs Podium nicht gereicht. Jedenfalls freue ich mich jetzt auf technisch wieder anspruchsvollere Bahnen.”

In der Gesamtwertung liegt Unterberger hinter Lanthaler und Pingerra auf Rang drei.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

Scheikl sprengte italienisches Trio

Kammerlander im Jaufental auf Rang fünf

Routinier Michael Scheikl hatte es schon im Vorfeld geahnt: Die Tonnerbodenbahn im Jaufental ist im Rennrodeln auf Naturbahnen für Überraschungen gut. Die mangelnden technischen Herausforderungen machten am Samstagabend schon den ersten Lauf zu einer Materialschlacht. Und ein ganz junger Athlet wusste das zu nützen: Junioren-Weltmeister Fabian Brunner (Ita), der im Gegensatz zu den Weltcup-Athleten schon häufig im Jaufental gefahren war, knallte einen Streckenrekord hin und setzte sich vor seinen arrivierten Landsmännern Alex Gruber und Florian Clara an die Spitze. Scheikl und Kammerlander klassierten sich auf den Rängen vier und fünf in Lauerposition.

Der Ötztaler konnte im zweiten Lauf keinen Rang gut machen, blieb auf Platz fünf. Scheikl schaffte hingegen noch den Sprung aufs Podest, überholte zunächst Clara. Gruber blieb vor ihm, doch Junior Brunner fiel noch auf Rang drei zurück, womit der Steirer über Platz zwei jubeln durfte.

Michael Scheikl: „Für mich ist der zweite Platz fast ein Sieg. Nach dem Training hatten wir die starke Befürchtung, dass es ein Vierfachsieg für Italien wird. Wir haben auf dieser Bahn einfach total wenige Erfahrung, sind deshalb etwas im Hintertreffen. Am Sonntag werden die Karten neu gemischt. Klar ist aber, dass jeder kleine Fehler bitter bestraft wird.”

Thomas Kammerlander: „Es wurde, wie ich vorher gesagt hatte, die erwartete Materialschlacht. Vor dem zweiten Lauf habe ich nochmal die Schiene gewechselt, wollte alles riskieren. Das war im Nachhinein ein Fehler, denn der Schuss ist nach hinten los gegangen. Für die Gesamtwertung ist es eine kleine Katastrophe, aber damit muss ich leben. Leichte Bahn hin oder her, ich werde trotzdem versuchen, am Sonntag meinen 25. Weltcupsieg zu feiern.”

Italiens Damen dominieren

Bei den Damen war der Dreifachsieg für Italien am Samstagabend nicht zu verhindern. Tina Unterberger, nach Lauf eins auf Rang drei, musste im zweiten Run noch Daniela Mittermair vorbei ziehen lassen. Das Duell um den Sieg lieferten sich deren Südtiroler Landsfrauen Evelin Lanthaler und Greta Pinggera, die zur Halbzeit nur um acht Hundertstel getrennt waren. Letztlich hatte Lanthaler aber 55 Hundertstel Vorsprung und fuhr überlegen den Sieg ein.

Auf dem fünften Platz klassierte sich mit Riccarda Ruetz die aktuell Führende im Junioren-Weltcup einmal mehr in der absoluten Weltelite. Michelle Diepold wurde Achte, Verena Fuchs landete auf Rang zehn.

Tina Unterberger

Foto von: ÖRV/Miriam Jennewein

Titeljagd im Ötztal

Tina Unterberger holt Staatsmeistertitel – Michael Scheikl und Michelle Diepold auf Rang zwei

Die Grantaubahn in Umhausen war am Mittwoch Schauplatz der Österreichischen Staatsmeisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahnen. In seinem sportlichen Wohnzimmer ließ Lokalmatador Thomas Kammerlander nichts anbrennen und sicherte sich vor seinem steirischen Nationalteamkollegen Michael Scheikl zum wiederholten Mal den Titel. Auch bei den Damen lief alles der Papierform nach: Tina Unterberger aus Oberösterreich siegte vor der Steirerin Michelle Diepold und Riccarda Ruetz aus Tirol.

Thomas Kammerlander: „Vom Bahnteam wurde richtig gute Arbeit geleistet. Am Dienstag war an ein Rennen noch nicht zu denken. Insgesamt war die Leistung heute in Ordnung. Sowohl Michael als auch ich haben hinsichtlich Material einiges probiert. Ich war unter anderem auch auf einer anderen Rodel unterwegs.”

Michael Scheikl: „Grundsätzlich war es nicht so schlecht. Meine Abstimmung ist allerdings im Trainings- und im ersten Wertungslauf etwas in die Hose gegangen. Im zweiten Run hat es dann besser gepasst. Insgesamt will ich die Tage derzeit intensiv nutzen, um an diversen Feinheiten zu tüfteln.”

Florian Markt: „Mit Rang drei bin ich sehr zufrieden. Ich bin gut ins Fahren gekommen und von Lauf zu Lauf schneller geworden. Die Bahnverhältnisse waren nach dem Warmwetter in den vergangenen Tagen durchaus schwierig.”

Tina Unterberger: „Den Umständen entsprechend habe ich mich auf der Grantau heute gut zurecht gefunden. Wäre Michelle im ersten Lauf nicht das Missgeschick mit der Startnummer passiert, wäre es aber deutlich enger geworden.”

Michelle Diepold: „Ich bin im ersten Lauf in einer Kurve mit der Startnummer hängen geblieben. Als ich es gemerkt habe, dachte ich mir, dass das interessante werden könnte. Zum Glück ist es gut ausgegangen. Erfreulich ist, dass ich mich von Lauf zu Lauf steigern konnte.”

Riccarda Ruetz: „Die Platzierung ist okay, aber ich mache in der Bahn noch sehr viele Fehler. Deshalb ist der Abstand nach vorne einfach zu groß.”

Rennrodeln auf Naturbahnen, Österreichische Staatsmeisterschaft, Umhausen:

Herren:

1. Thomas Kammerlander (T) 2:29.67,
2. Michael Scheikl (Stm) +1,97,
3. Florian Markt (T) +3,02,
4. Miguel Brugger (T) +4,45,
5. Sebastian Feldhammer (Stm) +5,09.

Damen:

1. Tina Unterberger (OÖ) 02:36.00,
2. Michelle Diepold (Stm) +1,23,
3. Riccarda Ruetz (T) +5,31,
4. Verena Fuchs (T) +8,53,
5. Naomi Thöni (T) +9,55.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

Starker Abschluss im Verfolger

Sieg für Michael Scheikl, Podestplätze für Tina Unterberger und Thomas Kammerlander

Mit den Verfolgerrennen von Herren und Damen wurde das Weltcup-Wochenende im Rennrodeln auf Naturbahnen auf der Winterleiten in der Steiermark am Sonntag abgeschlossen. Und Österreich kann einmal mehr zufrieden bilanzieren.

Bei den Herren holte sich Lokalmatador Michael Scheikl nach seinem Sieg am Freitag am Sonntag den Sieg, verwies Alex Gruber aus Südtirol auf Rang zwei. Platz drei ging an Freitags-Sieger Thomas Kammerlander.

Im Damenbewerb setzte sich einmal mehr die Südtirolerin Evelin Lanthaler durch, die ihre Landsfrau Nadine Staffler auf Rang zwei verwies. Dahinter holte Tina Unterberger ihren zweiten Podestplatz an diesem Wochenende. Für ein Highlight sorgte die Vierplatzierte Michelle Diepold, die Mitfavoritin Greta Pingerra (Ita) um eine Hundertstel aus dem Bewerb warf.

Stimmen:

Michael Scheikl: „Das war heute ein Krimi hoch zehn und vom ersten Lauf weg brutal eng. In der Entscheidung hätte ich nicht gedacht, dass sich das für ganz vorne ausgeht. Den gefühlt war die Fahrt nicht fehlerfrei. Ich habe aber voll riskiert, und letztlich ist es sich ausgegangen. Jetzt freue ich mich auf Weihnachten mit der Familie. Danach geht es dann gleich mit der Österreichischen Meisterschaft in Umhausen weiter.”

Thomas Kammerlander: „Man muss auch einmal wissen, wenn man zufrieden sein muss. Bei den heutigen Bedingungen bin ich überhaupt nicht ins Fahren gekommen, hab’ aus dem Setup das Maximale herausgeholt. Dass es noch zu Rang drei gereicht hat, da muss ich mir alle Zehn Finger ablecken. Das Wochenende insgesamt war super.”

Tina Unterberger: „Dass ich heute Platz zwei aus der Hand gegeben habe, ärgert mich schon. Und zwar doppelt, da der Zeitrückstand gering ist. Leider hat die letzte Fahrt nicht mehr ganz gepasst. Das hab’ ich auf der Rodel schon gemerkt. Ich weiß, wo ich die Zeit liegen gelassen habe. Großen Dank an Robert Batkowski! Nachdem die Bedingungen heute wieder ganz anders gewesen sind, hat er beim Setup richtig gezaubert.”

Michelle Diepold: „Am Samstag hat es noch ziemlich an der technischen Feinabstimmung und am Gesamtpaket gefehlt. Heute war’s aber richtig cool. Darüber, dass im Duell mit Greta Pinggera das Hundertstelglück einmal auf meiner Seite war, habe ich mich extrem gefreut. Es geht jetzt wieder in die richtige Richtung.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Winterleiten:

Verfolger Herren: 1. Michael Scheikl (Ö) 1:00.32, 2. Alex Gruber (Ita) 1:00.34, 3. Thomas Kammerlander (Ö) 1:00.69, 4. Florian Clara (Ita) 1:00.76, 5. Fabian Achenrainer (Ö), … 8. Florian Markt (Ö) 1:01.11.

Verfolger Damen: 1. Evelin Lanthaler (Ita) 1:01.50, 2. Nadine Staffler (Ita) 1:02.13, 3. Tina Unterberger (Ö) 1:02.24, 4. Michelle Diepold (Ö) 1:02.51, 5. Riccarda Ruetz (Ö) 1:02.59, …10. Verena Fuchs (Ö) 1:04.47.

Weltcup-Gesamtstände:

Herren:

1. Michael Scheikl (Ö) 185,
2. Thomas Kammerlander (Ö) 170,
3. Alex Gruber (Ita) 145,
4. Florian Clara (Ita) 130,
5. Patrick Pigneter (Ita) und Fabian Achenrainer (Ö) 101,

8. Florian Markt (Ö) 81,

25. Miguel Brugger (Ö) 24.

Damen:

1. Evelin Lanthaler (Ita) 200,
2. Tina Unterberger (Ö) 155,
3. Nadine Staffler (Ita) 145,
4. Greta Pinggera (Ita) 116,
5. Riccarda Ruetz (Ö) und Michelle Diepold (Ö) 110,

10. Verena Fuchs (Ö) 72.

Doppelsitzer:

1. Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 200,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) 170,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 140,
4. Matevz Vertelj/Vid Kralj (Slo),
5. Adrian Machni/Nikolas Dawidowski (Pol) 105.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

„Rodelfloh” hält dagegen

Tina Unterberger verhindert total italienischen Triumph auf der Winterleiten

Von ganz oben lachte wieder einmal die Dominatorin: Evelin Lanthaler aus Südtirol war im Damenbewerb beim Weltcupauftakt im Rennrodeln auf Naturbahnen auf der Winterleiten in der Steiermark nicht zu schlagen. Den totalen Triumph der Italienerinnen verhinderte Österreichs routiniertestes Fahrerin: „Rodelfloh” Tina Unterberger aus Oberösterreich klassierte sich vor Lanthalers Landsfrauen Greta Pinggera und Nadine Staffler auf Rang zwei. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten mit Riccarda Ruetz (Tirol) und Michelle Diepold (Steiermark) die weiteren Österreicherinnen.

Im Doppel wurde am Samstag der konventionelle Weltcup und der Verfolger ausgetragen. Das Tiroler Duo Fabian Achenrainer und Miguel Brugger, die in dieser Saison wieder gemeinsam an den Start gehen, landete dabei jeweils auf dem dritten Rang.

Stimmen:

Tina Unterberger: „Platz zwei zum Auftakt – das fühlt sich gut an. Vor allem kam es eher unerwartet, denn beim ersten Rennen sind immer viele Fragen offen. Nach dem ersten Lauf hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl, war überrascht, dass ich vorne dabei bin. Vor der Entscheidung dachte ich mir, dass da schon sehr viele Italienerinnen um mich rumstehen. Dass ich dann außer Evelin alle schlagen konnte, war das Sahnehäubchen.”

Riccarda Ruetz: „Es war heute nicht so kalt wie erwartet, die Verhältnisse sehr gut. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Leider habe ich mir im ersten Lauf gleich nach dem Start eine Schiene kaputt gemacht. Die mussten wir dann vor der Entscheidung rasch tauschen. Wir haben aber das Beste daraus gemacht.”

Fabian Achenrainer: „Schön langsam finden ich und Miguel auf der Rodel wieder zusammen. Für das erste Wochenende können wir zufrieden sein. Derzeit ist jeder Run für uns auch noch ein Trainingslauf. Wir wollen uns Schritt für Schritt nach vorne entwickeln.”

Miguel Brugger: „Wir können mit den beiden Rennen sehr zufrieden sein. Vor allem wenn man bedenkt, wie wenig Fahrten wir bis zum Saisonauftakt nur gemeinsam machen konnte. Das hat heute gut gepasst.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Winterleiten:

Damen:

1. Evelin Lanthaler (Ita) 2:04.61,
2. Tina Unterberger (Ö) +1,49,
3. Greta Pinggera (Ita) +1,72,
4. Nadine Staffler (Ita) +2,16,
5. Riccarda Ruetz (Ö) +3,25,
6. Michelle Diepold (Ö) +3,38.

Doppel:

1. Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 2:13.06,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) +0,04,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 2,66.

Verfolger Doppel:

1.Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 1.05.44,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) 1:05.59,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 1:07.38.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

Scheikl ist Doppel-Staatsmeister und Unterberger Staatsmeisterin im Doppel

Rollenrodel-Bewerb wurden am Grazer Schlossberg gefahren

Im Rahmen der Sport Austria Finals wurden am Donnerstag am Schlossberg in Graz die Staatsmeisterschaften im Rollenrodeln ausgetragen. Großer Gewinner war der steirische Lokalmatador Michael Scheikl, der den Schlitten auf Rollen eigentlich nur noch für Trainingszwecke auspackt.

Er gewann vor Fabian Achenrainer aus Tirol sowohl den Einzelbewerb als auch den Doppelbewerb gemeinsam mit der Oberösterreicherin Tina Unterberger.

Im Herrenbewerb musste der erste Lauf wegen eines Wolkenbruchs abgebrochen werden. Die Entscheidung fiel dann in einem Durchgang, wobei die teilweise immer noch feuchte Strecke für äußerst schwierige Bedingungen sorgte.

Michael Scheikl: „Man musste da heute mit enorm viel Gefühl fahren. In gewissen Passagen hab ich viel rausgenommen, vielleicht sogar etwas zu viel. Aber im Endeffekt war es eine gute und gefühlvolle Fahrt. Das dosierte Bremsen war heute der Schlüssel zum Sieg, denn auf dem Untergrund war’s ein Tanz auf rohen Eiern.”

Fabian Achenrainer: „Wenn Michael dabei ist, ist er immer stark. Gratulation an ihn. Er hat es heute einfach besser gemacht. Im Regen ist es zwischen Erfolg und richtigem Mist ein schmaler Grat. In der zweiten Kurve hab’ ich es etwas übertrieben.”

Stadler siegt bei den Damen

Bei den Damen setzte sich Vanessa Stadler vom RV Kundl in Tirol durch. Sie ist beim Naturbahnrodeln im Winter zwar nicht mehr mit dabei, sitzt aber schon seit 15 Jahren auf der Rollenrodel.

Weltmeisterin Riccarda Ruetz hatte schon im ersten Lauf wertvolle Zeit verloren und kam auch im zweiten auf dem rutschigen Untergrund ins Driften. Damit konnte sie im Kampf ums Podest nicht eingreifen.

Link zu den Ergebnissen:
http://nf-timing.at/roro-oem22/

FIL-Jugendspiel als Saisonabschluss

Inoffizielle WM wird in Kühtai ausgetragen

Der Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahnen musste nach der Rennabsage in Moskau frühzeitig abgebrochen werden. Die Athleten der Nationalmannschaft haben somit Pause. Für Kinder und Jugendliche steht aber am Wochenende noch das absolute Saisonhighlight am Programm – die FIL-Jugendspiele in Kühtai.

Gefahren wird dort auf der neuen inzwischen fertiggestellten Strecke, die in den vergangenen Tagen von Bahnchef Manfred Markt und seinem Team mit neuester Technologie präpariert worden ist.

Österreichs Nationaltrainer Gerald Kammerlander: „Im vergangenen Jahr sind die FIL-Jugendspiele wegen Corona leider ausgefallen. Umso mehr freut es uns, dass diese nun in Kühtai wieder stattfinden. Es ist das absolute Höhepunkt für Kinder und Jugendliche bis zur Juniorenklasse. Im Prinzip handelt es sich um die inoffizielle Weltmeisterschaft für diese Altersklassen.”

Angemeldet sind für den Bewerb 80 Teilnehmer aus fünf Nationen. Der Event wird auf dem Youtube-Kanal „rodel austria tv” des Österreichischen Rodelverbandes, auf der FIL-Homepage und auf diversen Facebook-Plattformen live gestreamt.

Am Freitag finden in Kühtai freie Trainingsläufe statt. Am Samstag folgte ab 09:30 Uhr das offizielle Nationentraining.

Das Rennprogramm am Sonntag:

09:00 Uhr – 1. Wertungslauf Jugend 1 bis Jugend 4
11:30 Uhr – 2. Wertungslauf nach Platzierung
13:30 Uhr – Siegerehrung

Foto von: Chris Walch

Zurück in Österreich

Naturbahnrodel-Team in Wien gelandet – Zwei Coaches noch in Moskau

Um 16:30 Uhr sind die AthletInnen des österreichischen Nationalteams der Naturbahnrodler mit einer AUA-Maschine von Moskau kommend am Flughafen Wien gelandet. Die plötzliche Abreise aus der russischen Hauptstadt war nötig geworden, nachdem das Weltcupfinale dort wegen des ausgebrochenen Krieges zwischen Russland und der Ukraine abgesagt worden war und die Teams aufgefordert worden waren, das Land ehestmöglich zu verlassen.

Nationaltrainer Gerald Kammerlader und Coach Robert Batkowski sitzen allerdings nach wie vor am Flughafen Moskau fest. Zehn Materialkisten fanden im völlig überbuchten AUA-Flug keinen Platz mehr. Das Duo blieb deshalb vorerst vor Ort. Der ÖRV hofft, dass sie alsbald einen Flug in Richtung Heimat nehmen können. Am Donnerstag ist damit aber nicht mehr zu rechnen.

Ein Teil der SportlerInnen, darunter Weltmeister Thomas Kammerlander, befindet sich inzwischen mit einem Bus auf dem Weg nach München, wo deren Autos stehen, nachdem sie am Montag von der bayerischen Metropole aus nach Moskau aufgebrochen sind.

Statements:

Thomas Kammerlander: „Wir sind froh, raus aus Russland zu sein. Da ist alles andere jetzt mal nebensächlich. Wir müssen jetzt alles erstmal sacken lassen, was in den vergangenen Stunden passiert ist. Und wir hoffen, dass Gerald und Robert auch möglichst schnell in Österreich ankommen.”

Michael Scheikl: „Ehrlich gesagt hätten wir in Moskau vom Krieg gar nichts mitbekommen, wenn wir nicht online deutschsprachige Medien konsumiert hätten. Auch am Flughafen verlief eigentlich alles in geordneten Bahnen. Wobei natürlich spürbar war, dass alle heim wollen. Der Rückflug mit Vermeidung des gesperrten Luftraums war dann auch völlig sicher. Sportlich ist das alles natürlich Mist. Meine und die Chancen von Thomas waren ohne Rennen dahin. Aber es gibt wirklich wichtigere Dinge.”

Tina Unterberger: „Natürlich wäre es auch für mich noch um eine Weltcupkugel gegangen. Aber in so einer Situation ist der Sport Nebensache. Wichtig ist jetzt, dass auch unsere beiden Trainer schnellstmöglich zurückfliegen können.”

Riccarda Ruetz: „Erschrocken haben wir uns am Morgen eigentlich nicht. Die spontane Abreise war einfach eine Sicherheitsmaßnahme. Von der politischen Krise haben wir in Moskau nichts mitbekommen. Und wir hatten dann auch einen guten Heimflug.”