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Wir sind Weltcupsieger!

Kammerlander holt Gesamtweltcup – Unterberger grandios Dritte

 

Umhausen. Am Ende waren er und das Publikum gleichermaßen aus dem Häuschen! Teamkollege Michael Scheikl riss triumphierend die Hände in die Höhe, auch Bruder und Sportdirektor Gerald Kammerlander, der sich bei den letzten Läufern dezent in den Hintergrund verzogen hatte, war wieder auf die Bahn geeilt. Thomas Kammerlander war am Ziel seiner Träume angekommen. Hatte soeben die Grantau-Trophy 2017 und damit den Gesamtweltcup 2016/2017 gewonnen.

„Für mich ist natürlich ein Traum in Erfüllung gegangen. Hier vor dieser tollen Kulisse das Rennen und den Weltcup zu gewinnen, ist einfach das Größte. Natürlich hatte ich das ganze Wochenende einen enormen Druck, da es galt die Leistung auf den Punkt genau zu erbringen. Trotzdem war ich total locker, habe mich einfach auf den letzten Lauf gefreut“, bilanzierte der neue Champion. Für den sein Doppelsieg in Moskau der Grundstein für seinen Weltcup-Gesamtsieg war.

Beeindruckend war auch, wie Kammerlander an diesem Wochenende seine Konkurrenz beherrschte. Der Zweitplatzierte Patrick Pigneter, der den Weltcup zuletzt elf Mal in Folge gewonnen hatte, wies bereits einen Rückstand von 1,10 Sekunden auf.

Seine Entthronung musste Pigneter auch im Doppelbewerb hinnehmen. Gemeinsam mit Partner Florian Clara legte er zwar im zweiten Durchgang noch einmal einen super Lauf hin. Doch die Russen Pavel Porshnev und Ivan Lazarev waren diesmal nicht zu knacken. Lösten die Südtiroler als Gesamtführende ab und holten sich damit auch den Weltcup-Gesamtsieg.

Toll auch der Auftritt der amtierenden Weltmeister Rupert Brüggler aus Salzburg und Tobias Angerer aus Tirol. Das Duo landete auf dem zweiten Platz und verdrängte damit die steirische Paarung Christian und Andreas Schopf noch vom Gesamtpodest. „Wir haben heute das schier Unmöglichen noch möglich gemacht”, strahlten Brüggler und Angerer bis über beide Ohren.

Unfassbar die Entscheidung bei den Damen! Weltmeisterin Greta Pinggera aus Südtirol gewann vor Tina Unterberger aus Oberösterreich und Titelverteidigerin Evelin Lanthaler. Die hatte im Weltcup geführt. Am Ende waren sie und Pinggera aber punktgleich, hatten gleich viele Siege, gleich viele zweite und gleich viele dritte Plätze auf ihrem Konto. Damit entschied Pinggera aufgrund ihres Sieges in Umhauen die Weltcup-Gesamtwertung für sich.

Total happy mit ihrem dritten Rang im Gesamtweltcup und dem zweiten Platz auf der von ihr an sich wenig geliebten Grantaubahn war Rodelfloh Tina Unterberger. „Im Training waren wir noch völlig planlos, weil das Material nicht funktioniert hat. Robert Batkowski hat dann eine Lösung aus dem Hut gezaubert, die diesen Erfolg möglich gemacht hat”, sagt Unterberger, die sich nach der Zieldurchfahrt im letzten Lauf mittels Purzelbaum und anschließendem Telemark höchst elegant von der Rodel verabschiedete.

Rodelweltcup Umhausen:

Doppel: 1. Porshnev/Lazarev (Rus) 2:35.36, 2. Brüggler/Angerer (Ö) +0,33, 3. Pigneter/Clara (Ita) +0,44, 4. Regensburger/Holzknecht (Ö) +1,53, 5. Egorov/Popov (Rus) +2,26, 6. Schopf/Schopf (Ö) +3,18.

Damen: 1. Greta Pingerra (Ita) 2:31.03, 2. Tina Unterberger (Ö) +0,29 3. Evelin Lanthaler (Ita) +0,61, 4. Daniela Mittermair (Ita) +2,17, 5. Michelle Diepold (Ö) +2,48, 6. Maria Auer (Ö) +2,73.

Herren: 1.Thomas Kammerlander (Ö) 2:26.70, 2. Patrick Pigneter (Ita) +1,10, 3. Alex Gruber (Ita) +1,13, 4. Michael Scheikl (Ö) +1,61, …, 9. Florian Glatzl (Ö) +3,58, 10. Fabian Achenrainer (Ö) +3,62.

Gesamtwertungen:

Doppel: 1. Porshnev/Lazarev (Rus) 585, 2. Pigneter/Clara (Ita) 560, 3. Brüggler/Angerer (Ö) 453, 4. Schopf/Schopf (Ö) 446, 5. Egorov/Popov (Rus) 441, 6. Regensburger/Holzknecht (Ö) 395.

Damen: 1. Greta Pinggera (Ita) 610, 2. Evelin Lanthaler (Ita) 610, 3. Tina Unterberger (Ö) 540, 4. Michelle Diepold (Ö) 379, …, 8. Maria Auer (Ö) 285.

Herren: 1. Thomas Kammerlander (Ö) 625, 2. Patrick Pigneter (Ita) 585, 3. Alex Gruber (Ita) 516, 4. Gregori Bukin (Rus) 364, 4. Michael Scheikl (Ö) 353, …, 8. Florian Glatzl (Ita) 267.

Fotos von: C. Walch/ÖRV

Tinas nächster Streich

Naturbahnrodlerin beim Weltcup in Moskau wieder am Podest

 

Moskau/RUS. Im Herzen der russischen Metropole Moskau fand der vierte Weltcup im Rennrodeln auf der Naturbahn statt. Am Sonntag standen die Rennen der Herren und Damen am Programm. Gefahren wurde in der Nähe der Universität, am Vorobyevy Gory, wo schon Ski- und Snowboardweltcups stattfanden. Ihre derzeit brillante Form dokumentierte Naturbahnrodlerin Tina Unterberger auf der sehr steilen und selektiven Strecke. Sie musste sich nur Hausherrin Ekaterina Lawrentyeva und Weltmeisterin Evelin Lanthaler geschlagen geben. Auf die Südtirolerin fehlten ihr lediglich sechs Hundertstel.

„Evelin und ich haben uns nichts geschenkt, die Richtung stimmt! Für Ekaterina freut es mich, dass sie vor eigenem Publikum gewinnen konnte. Zu Hause ist es bekanntlich am schwersten. Die Bahn ist schon sehr lässig, überhaupt die beiden Steilhänge. Allerdings bekomm ich auf den zwei langen Geraden noch eine auf den Deckel. Da ist unser Materialguru Robert Batkowski bereits am Tüfteln“, zog die ASKÖ Gmunden Athletin zufrieden Bilanz.

Am Montag wird in Moskau noch ein Sprintbewerb getestet, ehe nächstes Wochenende der Rodelweltcup in Deutschnofen (Südtirol) am Programm steht.

Ergebnis Herren:
1. Aleksandr Egorov (Rus)
2. Juri Talikh (Rus)
3. Bernd Neurauter (Ö)
4. Gregori Bugkin (Rus)
5. Thomas Kammerlander (Ö)

Ergebnis Damen:
1. Ekaterina Larvrentyeva (Rus)
2. Evelin Lanthaler (Ita)
3. Tina Unterberger (Ö)
4. Ludmila Astramovich (Rus)
5. Greta Pingera (Ita)

Ergebnis Doppel:
1. Pigneter/Clara (Ita)
2. Egorov/Popov (Rus)
3. Martianov/Rodin (Rus)
4. Regensburger/Holzknecht (Ö)
5. Brüggler/Angerer (Ö)

Fotos von: FIL/Peter Maurer

 

Tina flitzte auf Rang zwei

Rodlerin aus Bad Goisern präsentierte sich in Top-Form


Vatra Dornei/ROU. 
Weltcup-Leaderin Evelyn Lanthaler war zwar nicht zu biegen. Doch Tina Unterberger aus Bad Goisern zeigte sich in Rumänien prachtvoll in Schuss und sicherte sich noch vor der Russin und früheren Seriensiegerin Ekaterina Lavrentyeva den ausgezeichneten zweiten Rang.

„Es war am zweiten Renntag deutlich kälter als noch in der Qualifikation. Mein Material hat super gepasst, wofür ich mich bei Robert Batkowski bedanken muss, der sich immer viele Gedanken dazu macht. Im zweiten Wertungslauf habe ich auf Evelyn Lanthaler nur zwei Hundertstel verloren. Das ist eigentlich sensationell“, war Unterberger happy. Im Teambewerb holte die ASKÖ Gmunden Athletin mit dem Herrenspezialist Kammerlander und dem Doppelduo Brüggler/Angerer die Bronzemedaille, hinter Italien und Russland.

Der Weltcup-Stress ging für sie unmittelbar nach dem Rennen in Rumänien weiter. Es warteten 15 Stunden Heimfahrt mit Zwischenstation in Kindberg, ehe es schon am Dienstag weiter zum nächsten Bewerb in Moskau geht.

Weltcup-Gesamtwertung:
Lanthalter 285 pts, Unterberger 240 pts, Pinggera 215 pts, Lavrentyeva 200 pts

Fotos von: FIL/Maurer Peter

 

Etwas zu grob unterwegs

Tina Unterberger mit fünften Platz beim Weltcup in Latsch

 

Latsch/ITA. Als Weltcupführende war die ASKÖ-Gmunden Athletin Tina Unterberger zum Naturbahnrodel-Weltcup in Latsch (Südtirol) gereist. Das Leader-Trikot musste sie dort nach ihrem fünften Platz an die bestechend fahrende Italienerin Evelyn Lanthaler abgeben.

„Ich war fahrerisch etwas zu grob unterwegs, komme auf so aufgeweichten Bahnen, wie wir sie heute hatten, leider nicht so zurecht, sondern fahre deutlich lieber auf pickelhartem Eis. Die Zeit war dann trotzdem okay. Insgesamt muss ich zufrieden sein, auch wenn der Abstand nach vorne deutliche zu groß war. Für uns heißt es jetzt weiterhin hart arbeiten.“

Hinter Lanthaler klassierten sich in Latsch deren Landsfrau Greta Pinggera und die Russin Ekaterina Lavrentyeva. Im Gesamtweltcup führt nun Lanthaler mit 185 Punkten, gefolgt von Unterberger und Pinggera ex aequo mit 155 Zählern. Lavrentyeva rangiert mit 130 Punkten auf Rang vier.

Pause gibt`s für unsere Rodler praktisch keine. Schon am kommenden Wochenende steht der nächste Weltcupbewerb auf dem Programm. Schauplatz ist dann Vatra Dornei in Rumänien.

Fotos von: Chris Walch