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Auf der Grantau kommt’s zum Showdown

Thomas Kammerlander und Tina Unterberger in Deutschnofen am Stockerl

Es war ein ereignisreiches Wochenende für die Rennrodler auf Naturbahnen! In Deutschnofen ging’s zum vierten Mal in diesem Winter um Weltcuppunkte, gleichzeitig stellte die FIL das restliche Saisonprogramm auf den Kopf. Grund: Im rumänischen Vatra Dornei, wo ein Weltcup-Event und die Weltmeisterschaft geplant waren, sind keine Rennen möglich. Akuter Schneemangel ließ keine Präparierung der dortigen Strecke zu. Die WM wird nun in Deutschnofen ausgetragen. Und zum Finale gibt’s dann einen Doppelweltcup auf der Grantaubahn in Umhausen.

Das sorgt natürlich bei Thomas Kammerlander für gute Stimmung. Denn was kann’s Schöneres geben, als die letzten beiden Rennen seiner so erfolgreichen Laufbahn in seinem sportlichen Wohnzimmer zu bestreiten? Noch dazu ist auch im Weltcup noch alles drinnen!

In Deutschnofen war’s am Sonntag ausgerechnet sein langjähriger größter Rivale Patrick Pigneter, der „Kammi” half, damit der Rückstand auf Gesamtleader Alex Gruber nicht deutlich größer wurde. „Big Pat” siegte nämlich um eine Hundertstel vor seinem Landsmann, was diesem 15 Punkte in der Weltcupwertung kostete. Kammerlander wurde Dritter. Ihm fehlen nun 20 Zähler auf Gruber.

Nicht nach Wunsch lief es am Sonntag für den Steirer Michael Scheikl. Er wurde Fünfter und fiel in der Gesamtwertung, die er vorher gemeinsam mit Gruber angeführt hatte, auf Rang drei zurück.

Thomas Kammerlander: „Angesichts der Vorgeschichte mit mäßigen Trainingsläufen und einer kaputten Rodel am Samstag nehme ich den dritten Platz gerne mit. Mit etwas saubereren Fahrten wäre sogar der Sieg drinnen gewesen. Den gönne ich Patrick aber von Herzen, denn er hat jetzt wirklich eine lange Durststrecke gehabt. In Umhausen gibt’s zum Saisonfinale den Showdown, den ich mir gewünscht habe. Die Rechnung ist ganz einfach: Ich muss zwei Mal vor Alex landen, dann kann ich den Gesamtweltcup nochmals gewinnen.”

Michael Scheikl: „Es war nicht wirklich meine Woche. Schon in den Trainings ist es nicht nach Wunsch gelaufen. So gesehen darf ich mit Rang fünf gar nicht unzufrieden sein. Es ist halt schade, dass ich für die Gesamtwertung wichtige Punkte eingebüßt habe.”

Tina sprengt Südtiroler Duo

Bei den Damen war gegen die Südtiroler Dominatorin Evelin Lanthaler einmal mehr kein Kraut gewachsen. Diese wäre mit ihrer Zeit im ersten Lauf auf Rang vier bei den Herren gelegen! Den totalen Triumph des italienischen Teams verhinderte Tina Unterberger aus Oberösterreich, die sich nach Zwischenrang drei noch an Greta Pinggera vorbei schob und über Platz zwei jubeln durfte. Michelle Diepold landete auf Rang sechs.

Tina Unterberger: „Normal ist es in Deutschnofen im zweiten Lauf immer nach hinten gegangen. Diesmal war’s erfreulicherweise anders. Die Freude über diese Platzierung ist schon groß. Evelin dürfen wir eh nicht als Maßstab nehmen. Was sie fährt ist unglaublich.”

Michelle Diepold: „Nach dem ersten Lauf war ich echt angefressen, da ich die Schikane total verhaut hab’. Der zweite war dann deutlich besser. Auf dem lässt sich für die weiteren Rennen aufbauen.”

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

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Gut gerüstet für Deutschnofen

Kampf um die Weltcupspitze im Rennrodeln auf Naturbahnen

Deutschnofen ist an diesem Wochenende Schauplatz des nächsten Weltcup-Events im Rennrodeln auf Naturbahnen. Für die Einzelbewerbe am Sonntag fanden am Freitag die ersten Trainingsläufe statt.

Bei den Herren fuhr der Ötztaler Thomas Kammerlander hinter dem Südtiroler Patrick Pigneter auf Platz 2. Der Steirer Michael Scheikl klassierte sich auf Rang 5. Alex Gruber (Ita), der gemeinsam mit Scheikl die Gesamtwertung fünf Punkte vor Kammerlander anführt, hatte hingegen einen Ausritt.

„Für den Anfang war’s ganz okay, aber um im Rennen ums Podest mitfahren zu können, ist natürlich noch eine Steigerung nötig. Die Bahn ist in perfektem Zustand. Jetzt warten wir das zweite Training am Samstag ab, dann werden wir das schon hinbekommen”, gibt sich „Kammi” gewohnt gelassen.

Auch Scheikl sieht noch Verbesserungspotenzial: „Noch haben wir etwas Aufholbedarf. Es waren heute schon super Teilzeiten dabei, aber es ist noch nicht alles perfekt gelaufen. Da wartet noch einiges an Arbeit. Im Rennen wird’s wohl wieder einen Hundertstelkrimi geben.”

Bei den Damen gab’s im Training das gewohnte Bild: Dominatorin Evelin Lanthaler (Ita) legte die Bestzeit hin, gefolgt von ihren Landsfrauen Greta Pinggera und Daniela Mittermair. Auf Rang vier landete Tina Unterberger aus Oberösterreich, die sich durchaus zufrieden zeigte: „Ich war eine Sekunde schneller als im Training vor einer Woche. Da hat mein Betreuer Robert Batkowski in die Zauberkiste gegriffen. Die Fahrt war nicht lupenrein. So gesehen ist der Zeitabstand nach vorne durchaus erträglich.”

Auf Rang 5 klassierte sich im ersten Trainingslauf Michelle Diepold aus der Steiermark, die sich enorm auf das Rennen freut: „In der Vorsaison habe ich mich vor Deutschnofen verletzt. Jetzt bin ich einfach happy, wieder hier zu sein. Ich habe mich heute schon gut gefühlt, aber die Leistung ist natürlich noch ausbaufähig.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Deutschnofen:

Sonntag, 29. Jänner:

09:30 Uhr – 1. Wertungslauf Herren
10:30 Uhr – 1. Wertungslauf Damen
11:00 Uhr – Finallauf Herren
12:00 Uhr – Finallauf Damen
13:15 Uhr – Teambewerb

Fotos von : ÖRV/Miriam Jennewein

„Kammi” schlägt zurück

Tiroler holt im Jaufental seinen 25. Weltcupsieg

Rang fünf im Nightrace am Samstag war so gar nicht nach seinem Gusto. Mit seiner Erfahrung machte sich Naturbahnrodel-Ass Thomas Kammerlander aus Umhausen aber nicht lange einen Kopf. Auch nach Rang vier zur Halbzeit des Weltcups am Sonntag behielt er die Ruhe – und knallte im zweiten Lauf eine Zeit auf die durchaus ungeliebte Bahn im Jaufental, an der alle nachfolgenden Konkurrenten zerschellten. Den Südtiroler Vortagssieger Alex Gruber hielt er um vier Hundertstel auf Distanz – und durfte über seinen 25. Weltcupsieg seiner Karriere jubeln.

Weniger gut lief’s diesmal für den Steirer Michael Scheikl, der von Rang zwei nach Lauf eins noch auf Position vier im Endklassement zurück rutschte.

Extrem eng geht’s in der Gesamtwertung zu! Gruber und Scheikl halten bei jeweils 330 Zählern, Kammerlander liegt mit 325 Punkten knapp dahinter.

Mit Miguel Brugger (7.) und Florian Markt (8.) schafften zwei weitere Tiroler den Sprung unter die Top-Ten.

Thomas Kammerlander: „Wie schon gestern, hab’ ich auch heute wieder alles auf eine Karte gesetzt. Vor dem Rennen hab’ ich die Rodel geringfügig verändert, vor dem Entscheidungslauf bin ich in die Vollen gegangen. Und im Gegensatz zum Samstag ist es es diesmal voll aufgegangen. Mit meinem 25. Weltcupsieg, den ich in meiner letzten Rennsaison unbedingt erreichen wollte, ist es heute ein richtig cooler Tag. Da fährt es sich jetzt leichter über den Brenner heim ins Ötztal.”

Michael Scheikl: „Der erste Lauf war auch heute richtig gut. m zweiten weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, was der Grund war, dass es nach hinten los gegangen ist. Grundsätzlich darf ich mir aber nichts vorwerfen. Insgesamt war das Rennwochenende absolut in Ordnung. Für die nächsten Rennen muss ich jetzt einfach noch einige Kleinigkeiten anpassen.”

Italiens Damen nicht zu biegen

Bei den Damen waren die Italienerinnen auch am Sonntag nicht zu biegen. Evelin Lanthaler siegte wie am Vortag vor Greta Pinggera. Dritte wurde diesmal Nadine Staffler. Beste Österreicherin war wie schon im ersten Rennen die Oberösterreicherin Tina Unterberger, die neuerlich auf Rang vier landete. Michelle Diepold wurde Sechste, Riccarda Ruetz klassierte sich unmittelbar dahinter auf Position sieben.

Tina Unterberger: „Am Samstag war ich planlos mit einem Fragezeichen, heute bin ich es mit einem Frage- und einem Rufezeichen. Vom Gefühl her wär’s mir gar nicht schlecht vorgekommen. Aber die Zeiten haben einfach fürs Podium nicht gereicht. Jedenfalls freue ich mich jetzt auf technisch wieder anspruchsvollere Bahnen.”

In der Gesamtwertung liegt Unterberger hinter Lanthaler und Pingerra auf Rang drei.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

Die etwas andere Herausforderung

Doppel-Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahnen im Jaufental

Nachdem der Weltcup am vergangenen Wochenende in Mariazell abgesagt worden war, hatten die Naturbahnrodler seit den ersten Bewerben auf der Winterleiten im Dezember eine deutlich längere Rennpause als gedacht. Dafür wird’s am Samstag und Sonntag beim Doppel-Weltcup im Jaufental richtig stressig.

Dass die Entscheidung bei Herren und Damen am Samstag in einem Nightrace fällt, es am Sonntag dann aber schon wieder um 10 Uhr weitergeht, sorgt auch bei Österreichs Athleten durchaus für Stirnrunzeln. Denn auf die Aktiven haben die FIL-Verantwortlichen bei der Programmerstellung keinerlei Rücksicht genommen. Und auch die Tonnerbodenbahn sorgt durchaus für Diskussionen, gibt’s auf dieser doch praktisch keinen einzigen Bremspunkt. Wirkliche technische Herausforderungen sind somit Mangelware. Die können höchstens nach vielen Fahrten durch Wellen entstehen.

Stimmen:

Michael Scheikl (Weltcupführender): „Das wird eine interessante Geschichte. Ich sehe zwei mögliche Szenarien: Entweder das wird ein ganz enges Rennen, oder es setzen sich ein, zwei Fahrer ab. Im Normalzustand kannst du auf der Bahn fahrerisch nicht wirklich was machen. Wenn viel drüber gefahren wird, kann’s technisch aber anspruchsvoller werden. Ein Nachtbewerb am Samstag ist ja an sich schön. Dass dann aber am Sonntag gleich am Vormittag wieder gefahren wird, ist aus Sportlersicht sicher nicht ideal.”

Thomas Kammerlander (Rang zwei im Weltcup): „Die Bahn ist technisch leider nicht sehr anspruchsvoll und eine der leichtesten, die ich kenne. Trotzdem ist es schwierig, schnell zu sein. Fahrerisch kannst du da kaum was herausholen. Dementsprechend ist das Material am Wochenende die absolut wichtigste Komponente. Fehler darfst du dir keinen erlauben. Von Platz eins bis acht ist da alles möglich. Gewinnen wird am Ende wohl der, der das Hundertstelglück auf seiner Seite hat. Durch die Programmgestaltung werden wir in der Nacht auf Sonntag auch nicht viel Schlaf finden. Bis wir nach dem Nightrace im Hot el sind und am Material getüftelt haben, ist es nach Mitternacht.”

Tina Unterberger (Rang zwei im Weltcup): „Die Bahn ist deshalb schwierig, weil nichts Herausforderndes drinnen ist, Bremspunkte fehlen völlig. Nach vielen Fahrten können allerdings an unguten Stellen Wellen entstehen. Da müssen wir schauen, wie sich das entwickelt. Für mich ist so eine Bahn generell schwierig, da ich technisch anspruchsvolle Strecken bevorzuge. Wenn du hier einen kleinen Fehler machst, bis du schnell eine halbe Sekunde hinten.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Jaufental:

Freitag, 13.01.2023

Erster Wertungslauf Doppelsitzer (12:30 Uhr)
Finallauf Doppelsitzer (13:30 Uhr)

Samstag, 14.01.2023

Erster Wertungslauf Doppelsitzer (14:00 Uhr)
Finallauf Doppelsitzer (15:00 Uhr)
Erster Wertungslauf Einsitzer Herren (18:00 Uhr)
Erster Wertungslauf Einsitzer Damen (18:50 Uhr)
Finallauf Einsitzer Herren (19:30 Uhr)
Finallauf Einsitzer Damen (20:15 Uhr)

Sonntag, 15.01.2022

Erster Wertungslauf Einsitzer Herren (10:00 Uhr)
Erster Wertungslauf Einsitzer Damen (11:00 Uhr)
Finallauf Einsitzer Herren (11:45 Uhr)
Finallauf Einsitzer Damen (12:30 Uhr)

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

Starker Abschluss im Verfolger

Sieg für Michael Scheikl, Podestplätze für Tina Unterberger und Thomas Kammerlander

Mit den Verfolgerrennen von Herren und Damen wurde das Weltcup-Wochenende im Rennrodeln auf Naturbahnen auf der Winterleiten in der Steiermark am Sonntag abgeschlossen. Und Österreich kann einmal mehr zufrieden bilanzieren.

Bei den Herren holte sich Lokalmatador Michael Scheikl nach seinem Sieg am Freitag am Sonntag den Sieg, verwies Alex Gruber aus Südtirol auf Rang zwei. Platz drei ging an Freitags-Sieger Thomas Kammerlander.

Im Damenbewerb setzte sich einmal mehr die Südtirolerin Evelin Lanthaler durch, die ihre Landsfrau Nadine Staffler auf Rang zwei verwies. Dahinter holte Tina Unterberger ihren zweiten Podestplatz an diesem Wochenende. Für ein Highlight sorgte die Vierplatzierte Michelle Diepold, die Mitfavoritin Greta Pingerra (Ita) um eine Hundertstel aus dem Bewerb warf.

Stimmen:

Michael Scheikl: „Das war heute ein Krimi hoch zehn und vom ersten Lauf weg brutal eng. In der Entscheidung hätte ich nicht gedacht, dass sich das für ganz vorne ausgeht. Den gefühlt war die Fahrt nicht fehlerfrei. Ich habe aber voll riskiert, und letztlich ist es sich ausgegangen. Jetzt freue ich mich auf Weihnachten mit der Familie. Danach geht es dann gleich mit der Österreichischen Meisterschaft in Umhausen weiter.”

Thomas Kammerlander: „Man muss auch einmal wissen, wenn man zufrieden sein muss. Bei den heutigen Bedingungen bin ich überhaupt nicht ins Fahren gekommen, hab’ aus dem Setup das Maximale herausgeholt. Dass es noch zu Rang drei gereicht hat, da muss ich mir alle Zehn Finger ablecken. Das Wochenende insgesamt war super.”

Tina Unterberger: „Dass ich heute Platz zwei aus der Hand gegeben habe, ärgert mich schon. Und zwar doppelt, da der Zeitrückstand gering ist. Leider hat die letzte Fahrt nicht mehr ganz gepasst. Das hab’ ich auf der Rodel schon gemerkt. Ich weiß, wo ich die Zeit liegen gelassen habe. Großen Dank an Robert Batkowski! Nachdem die Bedingungen heute wieder ganz anders gewesen sind, hat er beim Setup richtig gezaubert.”

Michelle Diepold: „Am Samstag hat es noch ziemlich an der technischen Feinabstimmung und am Gesamtpaket gefehlt. Heute war’s aber richtig cool. Darüber, dass im Duell mit Greta Pinggera das Hundertstelglück einmal auf meiner Seite war, habe ich mich extrem gefreut. Es geht jetzt wieder in die richtige Richtung.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Winterleiten:

Verfolger Herren: 1. Michael Scheikl (Ö) 1:00.32, 2. Alex Gruber (Ita) 1:00.34, 3. Thomas Kammerlander (Ö) 1:00.69, 4. Florian Clara (Ita) 1:00.76, 5. Fabian Achenrainer (Ö), … 8. Florian Markt (Ö) 1:01.11.

Verfolger Damen: 1. Evelin Lanthaler (Ita) 1:01.50, 2. Nadine Staffler (Ita) 1:02.13, 3. Tina Unterberger (Ö) 1:02.24, 4. Michelle Diepold (Ö) 1:02.51, 5. Riccarda Ruetz (Ö) 1:02.59, …10. Verena Fuchs (Ö) 1:04.47.

Weltcup-Gesamtstände:

Herren:

1. Michael Scheikl (Ö) 185,
2. Thomas Kammerlander (Ö) 170,
3. Alex Gruber (Ita) 145,
4. Florian Clara (Ita) 130,
5. Patrick Pigneter (Ita) und Fabian Achenrainer (Ö) 101,

8. Florian Markt (Ö) 81,

25. Miguel Brugger (Ö) 24.

Damen:

1. Evelin Lanthaler (Ita) 200,
2. Tina Unterberger (Ö) 155,
3. Nadine Staffler (Ita) 145,
4. Greta Pinggera (Ita) 116,
5. Riccarda Ruetz (Ö) und Michelle Diepold (Ö) 110,

10. Verena Fuchs (Ö) 72.

Doppelsitzer:

1. Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 200,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) 170,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 140,
4. Matevz Vertelj/Vid Kralj (Slo),
5. Adrian Machni/Nikolas Dawidowski (Pol) 105.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

„Rodelfloh” hält dagegen

Tina Unterberger verhindert total italienischen Triumph auf der Winterleiten

Von ganz oben lachte wieder einmal die Dominatorin: Evelin Lanthaler aus Südtirol war im Damenbewerb beim Weltcupauftakt im Rennrodeln auf Naturbahnen auf der Winterleiten in der Steiermark nicht zu schlagen. Den totalen Triumph der Italienerinnen verhinderte Österreichs routiniertestes Fahrerin: „Rodelfloh” Tina Unterberger aus Oberösterreich klassierte sich vor Lanthalers Landsfrauen Greta Pinggera und Nadine Staffler auf Rang zwei. Auf den Plätzen fünf und sechs folgten mit Riccarda Ruetz (Tirol) und Michelle Diepold (Steiermark) die weiteren Österreicherinnen.

Im Doppel wurde am Samstag der konventionelle Weltcup und der Verfolger ausgetragen. Das Tiroler Duo Fabian Achenrainer und Miguel Brugger, die in dieser Saison wieder gemeinsam an den Start gehen, landete dabei jeweils auf dem dritten Rang.

Stimmen:

Tina Unterberger: „Platz zwei zum Auftakt – das fühlt sich gut an. Vor allem kam es eher unerwartet, denn beim ersten Rennen sind immer viele Fragen offen. Nach dem ersten Lauf hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl, war überrascht, dass ich vorne dabei bin. Vor der Entscheidung dachte ich mir, dass da schon sehr viele Italienerinnen um mich rumstehen. Dass ich dann außer Evelin alle schlagen konnte, war das Sahnehäubchen.”

Riccarda Ruetz: „Es war heute nicht so kalt wie erwartet, die Verhältnisse sehr gut. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Leider habe ich mir im ersten Lauf gleich nach dem Start eine Schiene kaputt gemacht. Die mussten wir dann vor der Entscheidung rasch tauschen. Wir haben aber das Beste daraus gemacht.”

Fabian Achenrainer: „Schön langsam finden ich und Miguel auf der Rodel wieder zusammen. Für das erste Wochenende können wir zufrieden sein. Derzeit ist jeder Run für uns auch noch ein Trainingslauf. Wir wollen uns Schritt für Schritt nach vorne entwickeln.”

Miguel Brugger: „Wir können mit den beiden Rennen sehr zufrieden sein. Vor allem wenn man bedenkt, wie wenig Fahrten wir bis zum Saisonauftakt nur gemeinsam machen konnte. Das hat heute gut gepasst.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Winterleiten:

Damen:

1. Evelin Lanthaler (Ita) 2:04.61,
2. Tina Unterberger (Ö) +1,49,
3. Greta Pinggera (Ita) +1,72,
4. Nadine Staffler (Ita) +2,16,
5. Riccarda Ruetz (Ö) +3,25,
6. Michelle Diepold (Ö) +3,38.

Doppel:

1. Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 2:13.06,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) +0,04,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 2,66.

Verfolger Doppel:

1.Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (Ita) 1.05.44,
2. Patrick Pigneter/Florian Clara (Ita) 1:05.59,
3. Fabian Achenrainer/Miguel Brugger (Ö) 1:07.38.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein

FIL-Jugendspiel als Saisonabschluss

Inoffizielle WM wird in Kühtai ausgetragen

Der Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahnen musste nach der Rennabsage in Moskau frühzeitig abgebrochen werden. Die Athleten der Nationalmannschaft haben somit Pause. Für Kinder und Jugendliche steht aber am Wochenende noch das absolute Saisonhighlight am Programm – die FIL-Jugendspiele in Kühtai.

Gefahren wird dort auf der neuen inzwischen fertiggestellten Strecke, die in den vergangenen Tagen von Bahnchef Manfred Markt und seinem Team mit neuester Technologie präpariert worden ist.

Österreichs Nationaltrainer Gerald Kammerlander: „Im vergangenen Jahr sind die FIL-Jugendspiele wegen Corona leider ausgefallen. Umso mehr freut es uns, dass diese nun in Kühtai wieder stattfinden. Es ist das absolute Höhepunkt für Kinder und Jugendliche bis zur Juniorenklasse. Im Prinzip handelt es sich um die inoffizielle Weltmeisterschaft für diese Altersklassen.”

Angemeldet sind für den Bewerb 80 Teilnehmer aus fünf Nationen. Der Event wird auf dem Youtube-Kanal „rodel austria tv” des Österreichischen Rodelverbandes, auf der FIL-Homepage und auf diversen Facebook-Plattformen live gestreamt.

Am Freitag finden in Kühtai freie Trainingsläufe statt. Am Samstag folgte ab 09:30 Uhr das offizielle Nationentraining.

Das Rennprogramm am Sonntag:

09:00 Uhr – 1. Wertungslauf Jugend 1 bis Jugend 4
11:30 Uhr – 2. Wertungslauf nach Platzierung
13:30 Uhr – Siegerehrung

Foto von: Chris Walch

Zurück in Österreich

Naturbahnrodel-Team in Wien gelandet – Zwei Coaches noch in Moskau

Um 16:30 Uhr sind die AthletInnen des österreichischen Nationalteams der Naturbahnrodler mit einer AUA-Maschine von Moskau kommend am Flughafen Wien gelandet. Die plötzliche Abreise aus der russischen Hauptstadt war nötig geworden, nachdem das Weltcupfinale dort wegen des ausgebrochenen Krieges zwischen Russland und der Ukraine abgesagt worden war und die Teams aufgefordert worden waren, das Land ehestmöglich zu verlassen.

Nationaltrainer Gerald Kammerlader und Coach Robert Batkowski sitzen allerdings nach wie vor am Flughafen Moskau fest. Zehn Materialkisten fanden im völlig überbuchten AUA-Flug keinen Platz mehr. Das Duo blieb deshalb vorerst vor Ort. Der ÖRV hofft, dass sie alsbald einen Flug in Richtung Heimat nehmen können. Am Donnerstag ist damit aber nicht mehr zu rechnen.

Ein Teil der SportlerInnen, darunter Weltmeister Thomas Kammerlander, befindet sich inzwischen mit einem Bus auf dem Weg nach München, wo deren Autos stehen, nachdem sie am Montag von der bayerischen Metropole aus nach Moskau aufgebrochen sind.

Statements:

Thomas Kammerlander: „Wir sind froh, raus aus Russland zu sein. Da ist alles andere jetzt mal nebensächlich. Wir müssen jetzt alles erstmal sacken lassen, was in den vergangenen Stunden passiert ist. Und wir hoffen, dass Gerald und Robert auch möglichst schnell in Österreich ankommen.”

Michael Scheikl: „Ehrlich gesagt hätten wir in Moskau vom Krieg gar nichts mitbekommen, wenn wir nicht online deutschsprachige Medien konsumiert hätten. Auch am Flughafen verlief eigentlich alles in geordneten Bahnen. Wobei natürlich spürbar war, dass alle heim wollen. Der Rückflug mit Vermeidung des gesperrten Luftraums war dann auch völlig sicher. Sportlich ist das alles natürlich Mist. Meine und die Chancen von Thomas waren ohne Rennen dahin. Aber es gibt wirklich wichtigere Dinge.”

Tina Unterberger: „Natürlich wäre es auch für mich noch um eine Weltcupkugel gegangen. Aber in so einer Situation ist der Sport Nebensache. Wichtig ist jetzt, dass auch unsere beiden Trainer schnellstmöglich zurückfliegen können.”

Riccarda Ruetz: „Erschrocken haben wir uns am Morgen eigentlich nicht. Die spontane Abreise war einfach eine Sicherheitsmaßnahme. Von der politischen Krise haben wir in Moskau nichts mitbekommen. Und wir hatten dann auch einen guten Heimflug.”

Heimflug geplant

Ergänzend zur Aussendung über das Aus für das Weltcupfinale im Rennrodeln auf Naturbahnen in Moskau:

Der Abflug von Österreichs Nationalteam ist aktuell für 15:35 Uhr Moskauer Zeit geplant. Mit einer Maschine der AUA soll es dann nach Wien gehen.

Wir hoffen, dass dieser Rückkehrplan hält, zumal in Russland derzeit nach und nach immer mehrere Flughäfen geschlossen werden.

Scheikls Heimtriumph

Steirer siegt in Mariazell – Juniorin Riccarda Ruetz rast erstmals aufs Weltcuppodest

Die Entscheidung im Gesamt-Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahnen wurde in Mariazell vertagt und fällt am kommenden Wochenende in zwei Bewerben beim Showdown in der russischen Metropole Moskau. Alex Gruber überholte mit Rang zwei in dem nur in einem Lauf ausgetragen Bewerb in der Steiermark in der Gesamtwertung Thomas Kammerlander, dem als Dritter zwei Hundertstel auf Gruber fehlten. Der Südtiroler liegt nun fünf Zähler vor dem Ötztaler. Den Sieg holte sich in Mariazell Lokalmatador Michael Scheikl mit einer überragenden Darbietung. Auch er hat damit noch Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung im Gesamtweltcup.

Mit Fabian Achenrainer als Sechsten und Florian Markt als Siebten fuhren zwei weitere Österreicher unter die Top-Zehn.

Michael Scheikl: „Ein Sieg vor eigenem Publikum auf meiner Heimbahn ist natürlich besonders schön. Einfach war’s nicht, denn die Bedingungen waren heute deutlich besser als gestern. Deshalb musste wieder die ganze Abstimmung an der Rodel geändert werden. Die Anspannung war deshalb vor dem Rennen schon sehr groß. Mir ist alles super aufgegangen, auch wenn noch die eine oder andere Kleinigkeit dabei war. Wichtig war, dass ich, was die Gesamtwertung angeht, in Schlagdistanz zu Alex und Thomas geblieben bin. In Moskau ist in den beiden letzten Bewerben noch vieles möglich.”

Thomas Kammerlander: „Heute bin ich wirklich extrem enttäuscht! Natürlich ist ein dritter Platz nicht schlecht. Aber ich habe mich einmal mehr komplett beim Material vertan. Da fehlt mir derzeit die glückliche Hand. Es wäre bei weitem mehr drinnen gewesen. Ob’s zum Sieg gereicht hätte, weiß ich nicht. Aber die zwei Hundertstel auf Alex ärgern mich gewaltig. Ich wollte es vermeiden, dass auf einer Bahn wie in Moskau mit einer Fahrtzeit von zirka 25 Sekunden die finale Weltcupentscheidung fällt. Aber es ist jetzt eben so.”

Premiere für Riccarda Ruetz

Bei den Damen war Evelin Lanthaler einmal mehr nicht zu schlagen, triumphierte vor ihrer Südtiroler Landsfrau Greta Pinggera. Auf Rang drei strahlte mit Junioren-Weltmeisterin Riccarda Ruetz eine ganz junge Athletin. Sie schaffte erstmals im Weltcup der Allgemeinen Klasse den Sprung aufs Podest. Dabei lag sie eine Hundertstel vor ihrer arrivierten Teamkollegin Tina Unterberger.

Mit der frühen Startnummer acht ins Rennen gegangen, kam die Sellrainerin in der Leaderbox aus dem Strahlen nicht heraus, als Läuferin um Läuferin an ihrer Bestzeit zerschellte. Dass sie die beiden favorisierten Südtirolerinnen dann noch vorbei ziehen lassen musste, tat ihrer Freude keinen Abbruch.

Riccarda Ruetz: „Platz drei macht mich gerade etwas sprachlos. Ich bin wirklich super zurecht gekommen auf der Bahn, konnte bei den schwierigen Verhältnissen auch meine frühe Startnummer super ausnutzen. Sorry an Tina für die Hundertstelsekunde.”

Tina Unterberger: „Natürlich wär ich gerne aufs Podest gefahren. Aber ich freue mich wahnsinnig für Ricci. Es ist super, wenn die Jungen angreifen. Vor einigen Jahren feierte ja auch Michelle Diepold in Mariazell ihren ersten Podestplatz im Weltcup.”

Weltcup Rennrodeln auf Naturbahnen, Mariazell:

Herren:
1. Scheikl (Ö) 1:09.08,
2. Gruber (Ita) +0.28,
3. Kammerlander (Ö) +0.30,
4. Clara (Ita) +0.76,
5. Pigneter (Ita) 0.88,
6. Achenrainer (Ö) +0.97,
7. Markt (Ö) +1.60.

Damen:
1. Lanthaler (Ita) 1:10.49,
2. Pinggera (Ita) +0.29,
3. Ruetz (Ö) +1.13,
4. Unterberger (Ö) +1.14,
5. Lavrenteva (Rus), +1.25,

13. Markt (Ö) +4.53.

Gesamtwertungen:

Herren:
1. Gruber (Ita) 430 Punkte,
2. Kammerlander (Ö) 425 Punkte,
3. Scheikl (Ö) 380 Punkte,
4. Pigneter (Ita) 305 Punkte,
5. Clara (Ita) 305 Punkte,
6. Achenrainer (Ö) 240 Punkte.

Damen:
1. Lanthaler (Ita) 500 Punkte,
2. Pinggera (Ita) 380 Punkte,
3. Walch (D) 345 Punkte,
4. Unterberger (Ö) 285 Punkte,
5. Lavrenteva (Rus) 245 Punkte.

Der Weltcup in Mariazell wird am Sonntag mit dem Doppel- und dem Team-Bewerb fortgesetzt.

Fotos von: ÖRV/Miriam Jennewein